Melanie Woste

Über die Künstlerin

 

Melanie Woste malt und zeichnet seit ihrer frühesten Kindheit in Aquarelltechnik, Acryl, Pastell und Farbstift. Die Sujets der anfänglichen Skizzen waren Alltagsgegenstände und -situationen sowie Menschen. Ihrem ersten Objekt, einer Schreibmaschine, lag die Idee zugrunde, ein technisches Gerät dreidimensional nachzubauen aus nichts anderem als gebrauchtem Versandkarton und Heißkleber. Hierauf folgt eine Reihe weiterer Objekte, die den Innovationsschub im Bereich Kommunikations- und Aufnahmetechnik der 1970er-Jahre aufgreifen: Fernsprechtischapparate, Schallplattenspieler, Tonbandgeräte, Kassetten- und Radiorecorder und Fernsehschränke, die damaligen Stars im „Heimbereich“.

 

Melanie Woste nimmt sich künstlerisch dieser technischen Geräte an, die heute nahezu ausgestorben sind und durch ihren „Retro-Charakter“ nunmehr einen Sammler- oder Nostalgiewert haben. Die ausgedienten Gerätschaften bildet sie im Maßstab 1:1 nach und verwendet hierbei nur ein einziges, ebenfalls ausgedientes Material: alten Pappkarton. Eine Transformation, die sie mit einer unglaublichen Akribie und Detailtreue vollzieht und wie man es auch von Chris Gilmour her kennt.

 

Die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen und Materialien werden übersetzt durch unterschiedlich behandelte Pappe – geschnitten, gerissen, geprägt, gewebt. Die Monochromie lenkt alle Sinne auf den hohen taktilen Reiz eines scheinbar funktionstüchtigen Gerätes und fordert geradezu heraus, eine Taste zu drücken, ein Rädchen zu drehen oder einen Regler zu bedienen. Doch die Objekte verharren in stummer Funktionslosigkeit, sind stille Zeugen, ja vielleicht schon fast Denkmäler einer Epoche des technischen Alltagskonsums, die auf der Datenautobahn längst durch hochdigitale Technik überholt wurde. So spielt Melanie Woste mir unseren Erinnerungen. Wer mit den analogen Gegebenheiten, der klackend einrastenden Taste und dem Kratzen der Saphirnadel auf der Schallplatte aufgewachsen ist, betrachtet „die guten alten Dinge“ mit einer Nostalgie, die wie ein Seelenelixier wirkt: Das sehnsüchtig-verklärende Abtauchen schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft und erzeugt so ein Gefühl der Selbstkontinuität.

 

 

Biografie

 

Melanie Woste wurde 1983 in Münster geboren und besuchte in Everswinkel die Grund- und Hauptschule. Seit 2015 lebt und arbeitet sie in Lippstadt.
Im Frühjahr 2014 erhielt sie ein Stipendium der Aktion-Kunst-Stiftung und besucht seither das „Offene Atelier Kirchner“ in Soest. Zudem nimmt sie an allen Sommerakademien teil, die seit 2014 jährlich der Aktion-Kunst-Stiftung durchgeführt werden. 2015 gewann sie den Publikumspreis des alle drei Jahre ausgeschriebenen Aktion-Kunst-Preises. Melanie Woste gehört zu den Gründungsmitgliedern der seit 2017 bestehenden Künstlergruppe DAS ROTE ZEBRA.

 

 

Einzelausstellungen

 

2019
Galerie Art Cru, Berlin

 

 

Gruppenausstellungen

 

2018
DAS ROTE ZEBRA – Eine Künstlergruppe stellt sich vor, Ausstellung No. 19, DIRECT ART GALLERY, Düsseldorf

 

2017
Künstlerische Installation zum Reformationsjahr der Künstlergruppe DAS ROTE ZEBRA, St. Maria zur Wiese, Soest
Good 70s / Bad 70s, Ausstellung No. 15, DIRECT ART GALLERY, Düsseldorf
Am Anfang war das Bild, Aktion-Kunst-Stiftung, Soest

 

2015
Kirchenkunst-Projekt Lohne, St. Pantaleon
inTime2, Preisträgerausstellung, Museum Abtei Liesborn, Wadersloh-Liesborn
AnsichtsSache, Bezirksregierung Arnsberg

 

 

Bibliografie

 

Aktion-Kunst-Stiftung (Hg.): inTime2, Katalog zur Preisträgerausstellung des Aktion-Kunst-Preises 2015, Werl 2015