№ 23

17.01. – 15.02.2020

SECHS AUS SECHS

Stefanie Bubert, Josef Hofer, Efklia Grigoriadou, Menia, Wolfgang Orend, Melanie Woste

 

Vor 6 Jahren eröffnete die Aktion-Kunst-Stiftung die DIRECT ART GALLERY in Düsseldorf, eine gemeinnützige Galerie für Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Handicap. Die Galerie agiert gemeinnützig mit dem Schwerpunkt Outsider Art und macht Kunst sichtbar, die sonst nicht oder doch nur sehr eingeschränkt gesehen werden könnte. In dieser Zeit zeigten wir in 24 Ausstellungen Künstlerinnen und Künstler aus mehreren Nationen in Einzel- wie auch Gruppenausstellungen. Zum Teil war es für die Künstler ihre erste Ausstellung in einer professionell agierenden Galerie. Bei regelmäßig stattfindenen Führungen, Gesprächsrunden und Beiprogrammen wurde diese Kunst einem großen und interessierten Publikum vorgestellt. Von Beginn an nahmen wir jährlich am PhotoWeekend Duesseldorf und den Galerienwochenenden Carlstadt teil. 2017 stellten wir als einzige Galerie mit Outsiderprogramm auf der internationalen Messe Art Fair Cologne aus. Wir konnten somit vielen Künstlerinnen und Künstlern ein Forum bieten und sind ein gefragter Ratgeber für nationale und internationale Outsider Art geworden. In dieser Ausstellung zeigen wir aus 6 Jahren 6 Künstler.

 

Stefanie Bubert arbeitet mit schnellen, gestischen Pinselstrichen Acrylfarbe aufs Papier. Abstrakte Farbfelder geben einen vagen Hinweis auf die Gestalt. Mit einem Industrie Painter oder Acryl definiert sie das Darzustellende mit einer Outline. Doch erst die Setzung eines Begriffs gibt der Idee den letzten definierenden Hinweis und wird zugleich teil der Komposition.

 

Josef Hofer dient ein Spiegel als „Alter Ego“, mit dem er in Kontakt tritt, in dem er sich reflektiert und immer wieder neu erfährt. Die Wahrnehmung und Inszenierung des eigenen Körpers wird zum zentralen Thema seiner Arbeit.

 

Efklia Grigoriadou zeigt in ihrer abstrakten Malerei und Zeichnungen Elemente, in denen der Betrachter intuitiv konkrete Gegenstände oder Situationen zu sehen glaubt. Neue Realitäten werden konstruiert – aus zwei übereinander gestapelten Rechtecken wird eine Tür, aus organisch-abstrakten Formen, figürlich-animalische Wesen.

 

Menias Arbeiten, die sich überwiegend mit dem Verlust des Paradieses und der Verletzlichkeit des Weiblichen auseinandersetzen, sind in ihrer Direktheit provozierend und verstörend. Mit stark kontrastierenden Farben und einem plakativen Farbauftrag schafft sie eine starke bildliche Präsenz.

 

Wolfgang Orends Zeichnungen gehen von einem Strich geführten einfachen Menschen aus, dessen Körperstruktur den Jahresringen eines Baumes gleicht. Er führt die Linien des „Kokons“ wellenförmig um ihren menschlichen Kern. In ihrer Ausdehnung kommt es zu Berührungen mit weiteren Figuren, so dass in dieser Verdichtung eine eigentümliche Dynamik entsteht.

 

Melanie Woste schafft mit Akribie und Detailtreue Objekte aus gebrauchten Versandkartons. Der Karton wird geschnitten, gerissen, glatt gewalzt, geprägt, gewebt. Die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen und Details werden hierbei variantenreich umgesetzt. So entstehen faszinierende Objekte in ihrer fragilen Perfektion, die schon fast wie Denkmäler einer Epoche des Alltagskonsums wirken.

 

 

 

DIRECT ART GALLERY

 

Die DIRECT ART GALLERY ist eine gemeinnützige Galerie zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit psychischem oder geistigem Handicap. Sie wird von der Aktion-Kunst-Stiftung betrieben und ist im Galerien- und Museenzentrum Düsseldorfs verortet. Neben Werken aus dem klassischen Outsider-Bereich präsentiert die DIRECT ART GALLERY junge, zeitgenössische Positionen.