№ 2

07.11. – 20.12.2014

STADTZEIT

Murat Akay, Uwe Breckner, Mario Jambresic und Bernd Ollhorn

 

Die DIRECT ART GALLERY eröffnet die Ausstellung No 2 in Düsseldorf. Wir laden herzlich zur Vernissage am 7. November in der Citadellstraße 15 ein. Präsentiert werden Werke von Murat Akay, Bernd Ollhorn, Uwe Breckner und Mario Jambresic. Das besondere Augenmerk dieser Gruppenausstellung liegt auf Arbeiten, in denen Urbanität in ihrer zeitlichen und räumlichen Dimension auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommt.

 

Murat Akays Häuser sind klar, prägnant, lakonisch. In ihrer Komposition bis auf das Äußerste reduziert, sprechen seine Bilder eine intensive Sprache. Akay gelingt es dem nüchternen, gegenständlichen Motiv einen hohen Abstraktionsgrad beizumessen. Die Komposition der Farbflächen steht im Vordergrund seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit Form und Farbe. Akays Drang zur Gestaltung bringt überwiegend großformatige Bilder hervor. Dem Künstler geht es um den Akt der seriellen Malerei, den er mit immer neuen Farb- und Formkompositionen zelebriert, ganz nach der Maxime “a house is not a house is not a house“.

 

In Bernd Ollhorns Zeichnungen offenbart sich eine prozessorientierte Bildsprache. Prozess als Bewegung, Wandel, Perspektivenwechsel kommt in den detaillierten Stadtlandschaften zum Ausdruck. Wie im Zeitraffer erstrecken sich Häuserfronten in die Breite, krümmen sich, verdichten sich, klaffen auseinander, um abrupt zu enden. Beschleunigung und Stillstand bestimmen den Rhythmus urbaner Perspektiven. Raum und Zeit verschmelzen zu einer Einheit, Dimensionen werden synchronisiert. Nicht selten konstruiert Ollhorn dreidimensionale Räume, die in zweidimensionalen Rastern auslaufen. Die Linienführung formiert sich zu Ordnungen, die keine Räumlichkeit mehr zulassen. Der Künstler fasst diese Strukturen in ihrem Rapport auf und gibt der Zeichnung ihren ornamentalen Charakter.

 

Uwe Breckners Objekte sind Relikte seiner Erinnerungen. In ihnen kommt die Faszination für Jahrmärkte seiner Kindheit zum Ausdruck. Nicht die wilde Ausgelassenheit jener städtischen Volksfeste schürt Breckners Begeisterung, sondern sein technisches Interesse für Form und Funktion, das den Künstler befähigt, Karussells, Autoscooter und andere Fahrgeschäfte präzise nachzubauen. Einfache Pappen und Papiere dienen ihm als Material. Breckner verwendet weder Fotografien noch Vorzeichnungen, sondern schafft es akribisch detaillierte Modelle, Proportionen, Farben und technische Details aus dem Gedächtnis zu erfassen. Breckner überwindet die zeitliche Dimension, lässt längst Vergangenes aufleben, gibt der Beobachtung ihre Form zurück.

 

Mario Jambresics „Schutzmänner“ sind Teil des urbanen Lebens. Der bekannte Euward-Preisträger schafft Figuren, die er kraftvoll auf Papier bringt. Die Farbschichten überlagern und verdichten sich, bis die Oberfläche die Haptik einer lederartigen Haut erhält. Uniformen, Arbeitskittel, Sakkos, Ledermäntel, Trenchcoats, Schirmmützen, Krawatten und edle Hüte geben den dargestellten Figuren eine Identität, einen Beruf und eine Funktion. Alle Persönlichkeiten sind von real existierenden Menschen inspiriert, Fremden, die Jambresic in der Stadt beobachtet. Er hat keine Scheu, nah an die Vorbilder heranzutreten, um Details der Stoffe und Oberflächen genau zu erfassen. Die „Dienstzeit“ eines „Schutzmannes“ beträgt sechs Monate. Ob in der Nacht auf dem Kopfkissen oder am Tag in der Hosen- oder Brusttasche, stets gewährt er Jambresic Schutz vor jeglichem Übel. Ab und zu holt der Künstler seinen „Schutzmann“ aus der Tasche, faltet ihn behutsam auseinander, blickt ihn zärtlich an, streichelt ihn und flüstert ihm etwas zu.

 

 

DIRECT ART GALLERY

 

Die DIRECT ART GALLERY ist eine gemeinnützige Galerie zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit psychischem oder geistigem Handicap. Sie wird von der Aktion-Kunst-Stiftung betrieben und ist im Galerien- und Museenzentrum Düsseldorfs verortet. Neben Werken aus dem klassischen Outsider-Bereich präsentiert die DIRECT ART GALLERY junge, zeitgenössische Positionen.